Bei Thomas Schmid, dem Vorstandschef der Beteiligungsholding, die unter Anderem die Anteile der Casinos Austria verwaltet, wurden im Rahmen einer Hausdurchsuchung Chats sichergestellt, die als „Zufallsfund“ gelten. Es steht der Verdacht im Raum, dass er und weitere Personen Drogen konsumiert haben. Gegen ihn wird nun ermittelt.

Verdacht auf Verstoß gegen Suchtmittelgesetz

Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien bestätigte gegenüber „Standard“ und „profil„, dass gegen Thomas Schmid wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Suchtmittelgesetz ermittelt wird. Weiters legen verdächtige Daten auf dem Smartphone von Thomas Schmid nahe, dass er und drei weitere Personen zum Eigengebrauch

„Suchtgift erworben, besessen, anderen angeboten und überlassen haben“.

Foto: © APA/HANS PUNZ (profil.at)

Knalleffekt

Es ist nicht die erste Schock-Meldung über Thomas Schmid, für den natürlich die Unschuldsvermutung gilt. Er sieht sich nun mit einem Compliance-Problem konfrontiert. Immerhin ist er der alleinige Geschäftsführer der ÖBAG-Holding, die für den Staat Österreich die Beteiligungen an Unternehmen verwaltet. Laut Website der ÖBAG handelt es sich um 11 staatliche Beteiligungen mit einem Gesamtwert von 19,38 Milliarden Euro im Portfolio.

Hilfe für Parteifreunde und Großspender

Erst vor wenigen Tagen wurde noch ein weiteres Thema bekannt, welches ebenso ein schlechtes Licht auf Thomas Schmid wirft. Er soll sich für türkise Großspender direkt beim Finanzministerium eingesetzt haben. Wie „Standard“ berichtete, half er dem ÖVP-Großspender KTM-Chef Stefan Pierer. Dabei wurden Chats bekannt, in denen auch Ex-Finanzminister Hans Jörg Schelling involviert war. Es ging darum, Stefan Pierer zu helfen. Und gleichzeitig eine Dirty-Campaigning Methode über den SPÖ-Abgeordneten Kai Jan Krainer abzufeuern.

Enger Kontakt zu Ex-Novomatic-Chef Neumann

Doch damit nicht genug. Schmid ist auch einer der Beschuldigten im Ermittlungsverfahren der WkStA im Rahmen der Causa-Casinos. So berichteten die „Salzburger Nachrichten“ am Ende letzten Jahres. Thomas Schmid und alle anderen Beteiligten weisen die Vorwürfe stets zurück. Die Neos forderten bereits damals den umgehenden Rücktritt, passiert ist bis jetzt nichts.

Der Kanzler-Vertraute

Thomas Schmid gilt als enger Vertrauter von Bundeskanzler Sebastian Kurz. Einst arbeitete er für einige Vertreter der ÖVP und brachte es schließlich zum Generalsekretär des Finanzministeriums. Sein Lebenslauf kann sich durchaus sehen lassen. Thomas Schmid gilt als wichtiger Mann in der staatsnahen Wirtschaft.

Schmid Wohl kaum haltbar

Die bisher bekannt gewordenen Vorwürfe, inklusive dem Compliance-Problem um den angeblichen Drogenmissbrauch, dürften es Thomas Schmid schwer bis unmöglich machen, in seiner Position zu verbleiben. Schmids Anwalt betont jedoch gegenüber „profil“, dass er mit einer Einstellung des Verfahrens rechne.

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