Das Unternehmen Novomatic schickte während Corona alle Mitarbeiter in die Kurzarbeit. Novomatic-Eigentümer Johann Graf griff währenddessen zu einer Dividende von 50 Millionen Euro, die er sich ausschütten lies. Ein Konzern nutzt die Kassen des Staates, hätte dies aber eigentlich nicht notwendig. Denn Graf hat ein kolportiertes Vermögen von 6,5 Milliarden Euro.

Novomatic zahlt alle

Der bekannte Satz aus dem Ibiza-Video, „Novomatic zahlt alle“ ist mittlerweile wohl jedem Bürger in Österreich geläufig. Novomatic konterte damals geschickt mit Werbeinseraten in Medien, machte sich diesen Satz zum Aufhänger einer Werbekampagne. „Novomatic zahlt alle. Mitarbeiter und Lieferanten“, oder „Novomatic zahlt alle. Steuern und Abgaben“ stand hier zu lesen.

Kritik an Steuerleistung der Novomatic

Das Online-Magazin Kontrast kritisiert Steuerleistung des Glücksspielkonzerns. Eigentümer Johann Graf betont gerne, dass die Novomatic den Großteil der Steuern in Österreich bezahle. Laut Kontrast bezahlt Novomatic jedoch beinahe keine Körperschaftssteuern in Österreich. Außerdem schaffe es Novomatic, durch ein geschicktes Firmenkonstrukt, mehr vom österreichischen Finanzamt zu bekommen, als das Unternehmen selbst einbezahlt.

Erhält Geld vom Staat

Laut Kontrast macht die Novomatic AG einen Bilanzgewinn von 402 Millionen Euro. Dabei wendet das Unternehmen jedoch ein System an, welches sich Steuergruppe nennt. Dabei kommt es nicht zur Einzelversteuerung der Unternehmen, sondern einer Besteuerung in der Unternehmensgruppe. Innerhalb der Gruppe werden die Verluste einzelner Unternehmen dann so verschoben, dass Novomatic am Ende keine Steuern bezahlt. Das Gegenteil ist der Fall: Anstatt Steuern zu bezahlen, erzielte die Novomatic im Jahr 2019 ein Steuerguthaben in Höhe von 2 Millionen Euro. 2018 waren es 85.000 Euro.

Kritik an Steuerleistung der Novomatic
Screenshot von kontrast.at

Zweitreichster Österreicher

Johann Graf ist mit seinem Vermögen von rund 6,5 Milliarden Euro der zweitreichste Österreicher. Laut Kontrast hätte 1 Prozent dieses Vermögens ausgereicht, um sein Unternehmen durch die Krise zu führen. Stattdessen nutzte Novomatic für 3.200 Mitarbeiter die staatliche Kurzarbeit und lässt so den Staat für einen Teil der laufenden Fixkosten aufkommen. Just mitten in der Krise lässt sich Graf 50 Euro Millionen Gewinn vom Glücksspielunternehmen ausschütten.

Die Quelle des Geldes

Sein Vermögen machte Graf, der gelernter Fleischermeister ist, mit dem Glücksspiel und der Spielsucht kleiner Leute. Die von seinem Unternehmen produzierten Automaten werden beinahe weltweit verkauft, vermietet und betrieben. Mit zahlreichen eigenen Casinos und dafür unterschiedlichen Marken, wie beispielsweise Admiral, häufte Graf ein riesiges Vermögen an. Hinter sich hinterlässt er eine Spur der Verwüstung. Viele Menschen sind dem Glücksspiel, dem Spiel auf den Automaten der Novomatic, verfallen und haben ihre Existenzen verspielt und verloren.

Quelle: Kontrast.at

Wie gefällt Ihnen dieser Beitrag?