Ein stilvoller Abend, schick angezogen, lächelnd und voller Spannung stehend neben dem Roulette Tisch. Die Kugel rollt am Rande des Kessels, kurz bevor sie an ihrer endgültigen Position stehen bleibt springt sie noch über 3 andere Zahlen und Farben. So ungefähr sieht die bildliche Vorstellung eines Casinos aus, doch die Zeiten verändern sich immer mehr: Das Live-Game wird zunehmend mit Automaten ersetzt.

Das sogenannte „Lebendspiel“, wie Roulette, Poker & Black-Jack, ist zunehmend rückläufig. In den österreichischen Spielbanken der Casinos Austria stehen großteils Glücksspiel-Automaten. Geräte, deren Spiele viel schneller sind, als jenes von Roulette oder anderen Live-Spielen. 1-2 Sekunden Spieldauer pro Spiel, auffällige Geräusche und blitzende Bildschirme.

Durch die schnellen Spiele ist auch das Suchpotenzial stark erhöht. Spieler, die an Automaten spielen, werden eher spielsüchtig, als etwa Pokerspieler. Die Automaten sind clever programmiert, denn ein Beinahe-Gewinn (also ein Gewinn, der niedriger ist als der getätigte Einsatz) lässt dank Einspielung von Klimpern und aufflackenden Animationen am Bildschirm den Spieler glauben, er habe gewonnen, obwohl er im selben Moment verloren hat.

Der Automat ist ein treuer Diener für die Anbieter

Ein Automat ist zuverlässig. Er braucht etwas Strom, ab und zu Ersatzteile. Die Anschaffungskosten sind halbwegs überschaubar, liefert doch einen Großteil der Automaten die Firma Novomatic, mit den passenden Spielen und der Software zum Management der Geräte im Zusammenschluss. Das Lebendspiel ist für die Casinos ein teures Unterfangen: Die Mitarbeiterkosten und die immer mehr ausbleibenden Gäste für Roulette & Co schlagen sich negativ auf die Erträge nieder. Der Automat ist also zu einem treuen Diener für die Industrie geworden. In den Outlets der Automatensalonbetreiber ein gutes Geschäft. Ein bis zwei Mitarbeiter im Dienst vor Ort genügen, um den Betrieb der Salons zu ermöglichen. Die Tätigkeiten des vor Ort tätigen Personals sind vielschichtig: Service und Gastro, das Registrieren von neuen Kunden, sauber halten und reinigen der Toiletten und die Aufsicht über eintretende Gäste, die möglicherweise unerlaubt Zutritt zum Salon erlangen wollen.

Wilde Theorien

Spieler stricken sich oft ihre eigenen Theorien. Je länger sie schon spielen, umso ausgefallener die Denkweise: Für den einen ist der richtige Zeitpunkt des Spielens wichtig („Ab Mitternacht laufen die Automaten besser“), für den Anderen ist der richtige Automat entscheidend („Der hat die letzten Tage soviel Geld geschluckt, der muss heute zahlen“). Andere sind der Meinung, dass die Automaten ohnehin „manipuliert“ seien („Das läuft alles über meine Karte/Fingerabdruck, der Automat weiß genau wer ich bin und ob er etwas an mich bezahlen darf“), andere Gäste sind fest davon überzeugt das Mitarbeiter den Gast über die im Lokal angebrachten Kameras beobachten und ihn versteckt durch eine Fernsteuerung gewinnen oder verlieren lassen können. Irgendwie hat also jeder Spieler seine eigene Theorie gefunden, oder sucht noch danach, in der Hoffnung sein Spiel und somit das Glück kontrollieren zu können.

Auszahlungsquoten

Glücksspielautomaten haben einen Prozentsatz, der zur Auszahlung kommen muss. Die Anbieter des kleinen Glücksspiels müssen diesen (durchschnittlichen) Prozentsatz beim Spielen am Gerät anzeigen, so ist es gesetzlich festgelegt. Bei den Spielbanken, also den Casinos Austria, gibt es diese gesetzliche Regelung nicht. Die Anzeige der durchschnittlichen „Payout Percentage“ sucht man auf den Automaten vergebens.

Entscheidet bei den Automaten wirklich der Zufall?

Die Casino-Betreiber werden gegenüber ihren Gästen, die ihre wildesten Theorien äußern, nicht müde zu betonen, dass die Automaten absolut eigenständig entscheiden, niemand Kontrolle über die Auszahlung hat oder haben könnte, die Automaten überhaupt das einzige Spiel seien, wo niemand vom Personal auch nur annähernd etwas zur Veränderung oder gar Steuerung der Auszahlungen der einzelnen Spielprogramme beitragen könnte. Die Automaten keinesfalls untereinander verbunden sind und absolut nur eigenständig per Zufall über Gewinn oder Verlust entscheiden, so Casino-Angestellte gegenüber anwesenden Gästen. Das betrifft zumindest alle Glücksspielautomaten, denn dort fällt die Entscheidung im internen Zufallsgenerator, der im Gerät verbaut ist. Die Video-Lotterie-Terminals (zu finden bei winwin) hingegen entscheiden nicht selbständig, sondern bekommen das Ergebnis über den Ausgang des aktuellen Einzelspiels über eine Datenleitung von extern „zugespielt“.

Die Automaten dominieren immer mehr den Glücksspielmarkt. Die Lebendspiele, wie Roulette und Black Jack, verlieren nach und nach Spieler.

Wir lüften das Geheimnis

In den letzten Monaten haben wir uns ausführlich mit dem Thema Glücksspielautomaten auseinander gesetzt. Es wurde recherchiert, mit vielen Personen gesprochen, die sich gut mit den Automaten auskennen, wir haben die Gesetze durchforstet und auch mit Ministerien und Politik gesprochen. Über den Ausgang unserer intensiven Untersuchungen werden wir in kommenden und ausführlichen Berichten alle Details verraten, die wir in Erfahrung bringen konnten. Zufall, oder nicht? Wir lüften in Kürze dieses Geheimnis.

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