Ein weiterer Fall von Spielsucht geht durch die Medien in Österreich. Wie die Tiroler Tageszeitung berichtet, verspielte ein 44-jähriger Tiroler 3,5 Millionen Euro. Das Geld habe er vom österreichischen Staat mit Falschangaben in einem Zeitraum von 11 Jahren kassiert. Aufgefallen sind diese Vorgänge in 11 Jahren niemandem. Das harte Urteil: 6 Jahre Haft – Begründung: Schwerer gewerbsmäßiger Betrug.

Motiv: Spielsucht

Der Spielsüchtige zeigte sich vor Gericht von Anfang an geständig. Er war als Geschäftsführer eines Rettungsdienstes tätig. Er wollte sich mit seiner Tat nicht selbst bereichern, das Motiv war seine Spielsucht, wie er zugab. Immer wieder werden Fälle wie dieser bekannt. Die Casino-Betreiber sprechen oft von „Einzelfällen“. In der Branche ist jedoch längst bekannt, dass die Casino-Betreiber den Großteil ihrer Umsätze und Gewinne mit den Spielsüchtigen machen.

Mangelnder Spielerschutz

Die Frage sollte in diesen Fällen nicht nur lauten: „Wie konnte eine Person unbemerkt an 3,5 Millionen Euro kommen, indem er den Staat mit Falschangaben betrügt“. Als noch viel wichtigere Frage zum Wohl der Allgemeinheit wäre unserer Meinung nach angebracht:

„Wie kann es sein, wenn der spielerschutz angeblich so gut funktioniert, dass casino-betreiber dabei zusehen, wie eine einzige person 3,5 millionen euro verspielt?

Unserer Meinung nach sollte dies die „Masterfrage“ sein, wenn es erneut „Einzelfälle“ gibt, die bekannt werden:

Der Verein „Spielerhilfe“ kritisiert seit mehreren Monaten den mangelnden Spielerschutz in Österreich. In zahlreichen Berichten wird ausgeführt, wo es dringend Verbesserungsbedarf gibt. „Spielerschutz darf nicht weiter ein Lippenbekenntnis sein“, lautet einer der Berichte des Vereins für Spielerschutz, über den dramatischen Zustand, der in Österreich herrscht.

Die Schuldigen sind unserer Meinung nach nicht nur diejenigen, die mittels Untreue oder Betrug versuchen an Geld zu kommen, sondern auch die Casino-Betreiber, die dabei zusehen wie Personen lange Zeit über ihre Verhältnisse Geld verspielen.

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